Forum Einträge



Wandel des Sonntags
So 13 Dez 2020 10:47
Hallo meine Freunde!

Als ich noch gesoffen habe war der Sonntag immer der Tag der Entschuldigen und des schlechten Gewissens. Da bin ich so gegen Mittag aufgestanden und habe nachgedacht und gerätselt was ich Freitag und Samstag wohl aufgeführt habe. Es war eine scheiß Stimmung am Mittagstisch.
Ich habe mich vorsichtshalber mal bei meiner Familie entschuldigt obwohl ich nicht mal gewusst habe wofür genau weil ich ja nicht mehr wusste was ich wieder mal alles verbockt habe. Ich hoffte immer dass ich keine Infos darüber bekomme und dachte angestrengt nach wo ich wohl war und was alles passiert ist.
Einfach ein scheiss Gefühl.
Und zum 1000sten mal das Versprechen ich hör auf zu saufen. Ab morgen dann.
Heute noch ein paar Bier und Jägermeister.
Aber ab morgen Sauf ich nicht mehr.
Meine Frau und die Kinder nahmen dass gar nicht mehr ernst, da es jeden Sonntag das gleiche Versprechen war, dass ich sowieso nicht halten konnte.
Dann kam der Montag und alles war wieder beim Alten.
Saufen bis zum kotzen und Scheisse bauen und immer waren natürlich die Anderen oder die Umstände schuld dran.
Der Sonntag seit ich trocken bin ist viel viel schöner.
Ich stehe morgens auf mit klarem Kopf und reinem Gewissen.
Ich brauch mich nicht zu entschuldigen... Ich brauch nichts Versprechen... Kein Grübeln über Sachen die ich gemacht haben könnte und nicht mehr weiß... Keine Ängste und kein Druck saufen zu müssen.
Ich sitz mit meiner Frau und den Kindern am Mittagstisch und wir reden und lachen miteinander.
Das sind die Sonntage die ich jetzt genießen kann und will.
Ich wünsche jedem Alkoholiker der noch säuft und die Schuld allen anderen dafür gibt dass auch er es schafft trocken zu werden.
Glaubt mir... Ohne Alkohol geht es auch... Obwohl ich daß früher nie für möglich hielt.

Und ich brauche keinem mehr irgendwas zu beweisen oder etwas vorzumachen. Ich muss eigentlich nur mit mir klarkommen und mit mir im Reinen sein.
Das ist viel schöner.

Gute 24 Stunden
Roman


Petra
So 13 Dez 2020 9:21
Vor zwei Jahren war ich mit Freuden in Mürzzuschlag bei der AA Weihnachtsfeier , da habe ich vor 80 Freunden gesprochen. Da war ich erst vier Monaten trocken. Da hat mir eine AA Freundin gesagt, das ich es schaffe und bin über 27 Monate trocken. Das habe mit meiner zweiten Familie geschafft.Gute 24h
Eure
Petra


Jedem eine Chance geben, und mehr/Gerhard
Sa 12 Dez 2020 19:52
Jedem eine Chance geben, immer wieder, das gibts nur bei AA.
Zu jeder kehrt vor seiner Tür, jeder weiß es besser, usw möchte ich nur sagen, daß trotzdem vieles gutgemeint ist. Natürlich spricht man aber auch über andere, daß ist nur menschlich, und meistens ist es eh nicht so bösartig gemeint. Ich spreche auch gerne über andere Menschen, aber man sollte halt nicht gegen das Gebot "du sollst kein falsches Zeugnis geben" verstoßen. Man ist auch nicht immer einer Meinung, was "falsch" oder "richtig" ist, Aufschluß darüber gibt eine offensichtliche Genesung. Wichtig ist für mich, wenn man etwas falsch macht - und man spürt dies bestimmt in seinem Inneren - den Mut zu haben, dies zuzugeben und sich auch gehörig entschuldigen. Blaues Buch: Wenn wir Unrecht hatten, gaben wir es sofort zu.
Manche Menschen haben es halt schwerer wie andere, und manchen Menschen schickt Gott mehr Prüfungungen als anderen. Wen Gott besonders liebt, den macht er zum Alkoholiker, also liebt Gott auch nicht alle gleich, sonst gäbe es ja lauter Alkoholiker - :grin . So gesehen liebt Gott aber eh viele Menschen, viele wollen es aber nicht wahr haben :cool
Und jetzt ist mir noch ein Vergleich mit AA eingefallen - stammt ausnahmsweise mal von mir. AA funktioniert wie ein Autoanschieben. Am Anfang braucht man ein par, welche die Kiste anschieben. Wenn der Motor läuft, bedankt man sich, nimmt die vielleicht mit, und wenn auf der Strecke Anhalter sind, läßt man sie zusteigen.
Wünsche Euch alles Gute, und laßt es euch gutgehen, denn auch das sollten wir nicht vergessen "Der Tod ist uns gewiß, nur die Stunde nicht"
LG Gerhard


Jeder kehrt vor seiner Tür
Sa 12 Dez 2020 18:53
Hallo zusammen!

Mein Name ist Roman und ich bin Alkoholiker.
Ich erinnere mich gerade an ein Meeting vor langer langer Zeit, wo es um das Thema JEDER KEHRT VOR SEINER TÜR ging.
Da es immer wieder Streit und Zwist gibt ist dieses aktueller denn je.
Jeder will besser sein als der andere... Jeder will mehr Macht haben als der andere... Jeder weiß über andere Menschen was der oder die gemacht hat.... Jeder weiß wie man es besser machen könnte... usw.
Warum bleiben wir nicht bei uns selbst und unseren Problemen?
Warum weiß ich was für andere das Beste ist nur für mich nicht?
Ich muss mich einfach mit mir selbst beschäftigen und mich oder meine Ansichten ändern. Ich muss im Programm arbeiten. Ich muss mir nicht immer über andere das Maul zerreissen um von meinen Fehlern abzulenken. Ich möchte bei mir bleiben und nicht immer über andere urteilen.
ICH will nicht wieder saufen also muss ICH an MIR was ändern.
Mich kotzt es teilweise richtig an wenn andere immer wissen was ich tun oder ändern soll... Die anderen sollen sich um sich selbst kümmern und nicht immer streiten, jammern, Uneinigkeit verbreiten und bringen selbst nichts auf die Reihe.
EINEN SCHEISS MUSS ICH!!!
Wenn sich jeder nur halbsoviel mit sich beschäftigen würde als mit den anderen wäre die Welt, die Familie, die Meetings, die AA Gruppen um einiges friedlicher und hilfreicher.
Das ist nur meine Meinung dazu!!!
Nach dem Meeting sollte jeder einen Besen bekommen um bei sich zu kehren.
Nicht böse gemeint. Ich sag nur meine Meinung dazu und in meiner Sprache.

Denken wir alle mal darüber nach?!

Euer AA Freund Roman

Neid, Besserwisserei, Hochmut, Wut und Streitigkeiten haben mich früher zum saufen gebracht... Darum versuch ich jetzt diese Dinge zu meiden.


Einfach zum Nachdenken
Sa 12 Dez 2020 18:28
Hallo meine Freunde.
Ich habe ein Mundartgedicht gelesen,das ich mit euch teilen möchte.

Seltsam san die Zeitn worn,
ois hot a bisserl sein Wert valorn.
gaunz vorsichtig geht
a jeda mitn aundan um,
stad is ois worn, und maunches fost stumm.
I vermiss des Lochn des afoch so kimmt,
I vermiss den Tog wo ma aufsteht und ois stimmt,
I vermiss des Lochen im Gsicht von die Leit,
ois is so vorsichtig heid.
I vermiss die Worte die sölbstvaständlich woan,
de Zeitn wo ma afoch san zu Freind hi gfoan,
wosd ned überlegt host, derf i des no,
wo ned so vü a Problem woar, wia faung i des au.
I vermiss die Umormung, die afoch so kimmt,
jemand der afoch in Oarm di nimmt,
a Trost vo Herzn den ma a zoagt,
und ned übalegt und nach die Foign frogt.
I vamiss die Unbekümmertheit,
und die unbeschwerte Freindlichkeit,
den bledn Spruch derf ma nimma mochn,
ma traut si a scho fost nimma lochn.
Wos is denn los auf dera Wöd,
bin i denn die oanzige dera wos
des föht?
Doch a freindlichs Wort oda a liabs Lochen,
des kemma doch trotzdem so leicht mochn.
I wünsch eich die Kroft, trotz ollem glücklich zu sein,
und dass ma ned valernan, uns üba Kloanigkeiten z'gfrein.
I schick eich a Lächeln und a liabs Wort,
und die traurigen Gedaunken schick ma fort!
Bleibt's bitte gsund!

A feste Umormung fia eich 🤗

Liebe Grüße
Roman


Jedem eine Chance geben/ Hans
Fr 11 Dez 2020 18:06

Man kann durchs lesen und schreiben im Forum ja schon eine ganze Menge lernen, aber es ist natürlich noch mal was anderes, wenn man persönlich einen Beitrag schreibt.
Und das sollte nicht von Misstrauen geprägt sein. Jeder hat seine eigenen Talente und es ist der Dienst an den nächsten. Man muss überhaupt nicht mit allen einverstanden sein.
Viele sind sowohl während als auch noch nach dem lesen recht dünnhäutig, da kann ein unterschwellig formulierter Satz vielleicht schon die Abkehr vom Forum bedeuten.
Mir ist das Forum in dieser kurzen Zeit ans Herz gewachsen.
In diesem Sinne: Macht weiter so, es lohnt sich!
Und irgendwann kann jeder dann hoffentlich auch seine Erfahrungen weitergeben und den Neuen hilfreich sein.
Ich habe diese Hilfe wie auch immer, sehr gerne angenommen dafür bin ich meinen AA- Freunden heute noch dankbar.

Zueinander - Miteinander - Füreinander

Lg. Hans wünsche G24h


Viele Jahre sind vergangen./Hans
Fr 11 Dez 2020 13:34

Ich habe über Jahre als ich noch getrunken habe immer wieder neue Anläufe genommen, mein Leben zu ändern und in Erfahrungen hier, lese ich von anderen Menschen. Sie schreiben oft, dass was ich versucht habe und woran ich immer gescheitert bin. Ich sehe sie auf meinem Weg und wenn manche Alkoholiker nach einer langen Abwesenheit wiederkommen und vom Rückfall erzählen, werde ich traurig, denn das war auch mein Leben. Mein Leben und in erster Linie meine Gedanken haben sich heute vor Jahren geändert. Ich wünsche jeden Menschen, dass er oder sie meine Jahre der Versuche und Enttäuschungen nicht auch durchleben muss. Lernt zu vertrauen und glaubt an die Erfahrungen anderer Menschen, denn sie sind der Weg in ein nüchternes Leben.
Jeder kann es schaffen, aber nur wenige Menschen schaffen es.
Vertraue, der Weg lohnt sich!

Lg. Hans wünsche G24h


Gedanken aus meien 12 Schritten/ Hans
Do 10 Dez 2020 23:00
Ein neues Selbstbewusstsein spricht für mich sehr deutlich aus diesem 12. Schritt.

Ich bin nicht mehr der Hilfsbedürftige, der ganz am Boden liegt und nichts mehr für mich selber und andere tun kann. Ich bin auf dem Wege der 12. Schritte wieder lebensfähig geworden. Ich habe eine neue Art mein Leben zu führen gelernt. Das Gefühl der Leere und Resignation das mich so belastet hat, ist einen Gefühl der Begeisterung, der Freude und Hoffnung gewichen. Menschliche Nähe, Wärme und Vertrauen sind mir mehr Wert geworden. Zu diesem neuen Leben gehört unumgänglich hinzu, dass ich das Geschenk meiner Trockenheit, das ich kostenlos empfangen habe, auch so an andere weitergebe. Ohne diese Nüchternheit und Erfahrung weiter zu geben, kann ich so glaube ich nicht auf Dauer Trocken bleiben. Sicher gibt es wie überall auch hier Ausnahmen. In erster Linie fühle ich mich verpflichtet, meine ganze Erfahrung an jene Alkoholiker weiterzugeben, die den Wunsch haben mit dem Trinken aufzuhören. Helfen ohne sich selbst in Gefahr zu begeben (zu übertreiben, zu viel des guten zu wollen) kann nur der , der auch Demütig bleibt und im Programm der 12 Schritte an sich selber versucht zu arbeiten. Ich kann und will mich nicht als Retter ausgeben, sondern einer der die Botschaft der AA weitergibt, dass es eine Rettung gibt. Dazu nutze ich auch diese Seiten um mich einfach mitzuteilen, zu schreiben wie es früher war, was inzwischen alles geschehen ist und an welchen Punkt ich mich jetzt befinde, den der Zustand ist für mich wichtig. Letzter Absatz der Präambel ist: Unser Hauptzweck ist, nüchtern zu bleiben und anderen Alkoholikern zur Nüchternheit zu verhelfen.

Lg. Hans wünsche G24h


Erfahrungsaustausch / Hans
Mi 9 Dez 2020 18:45

Ich sehe den Austausch als Bereicherung.

Früher habe ich viel Zeit dem Alkohol geopfert, da sollte ich heute auch Zeit für den Erfahrungsaustausch haben. Für mich ist die Teilnahme an einer Gruppe, sei es real oder hier im Forum, eine Bereicherung. Die Möglichkeiten, die ich im Rahmen der Gruppe oder des Forums habe, mich zu Ermutigung und auch Erfahrungen von anderen zu bekommen, ermöglicht mir nicht nur ein trockenes, sondern auch ein reicheres und gesünderes Leben. Für mich ist es wichtig, mich auszutauschen, und wenn ich es mal zwischendurch weniger tue, sehe ich das entspannt, denn es wird auch wieder mehr. Weil ich mich damit wohlfühle und es mir guttut.

Lg. Hans wünsche G24h


Anonymen Supermarkt:
Mi 9 Dez 2020 8:44

Die schriftliche Form des Forums hier natürlich Nachteile bietet, so hat sie doch einen großen Vorteil. Es ist wie in einem Supermarkt: Man ist anonym da und kann sich das rausnehmen, was man möchte. Nimm' dir das, was dir hilft und lass' dass, was du nicht möchtest oder derzeit anders siehst.

Es gibt halt Dinge, die mir persönlich dann einfach zu viel sind.
Außerdem finde ich es geradezu grotesk, sich per Whats App über unsere Krankheit GERADE bei den Anonymen Alkoholikern auszutauschen,
denn WhatsApp ist ja wohl eine der größten Ausspionier-Apps überhaupt:
Mit Anonym hat das ja nun rein gar nix mehr zu tun aber das mal nur am Rande.

Lg. ich schreibe nicht Anonym den Eure Beiträge sind mir wichtig, weiter so!

Wolfgang



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