Forum Einträge



Zur Frage: "Bin ich Alkoholiker?"
Mi 21 Jan 2026 7:44

Kaum eine Grenze wird sorgfältiger verschleiert als jene zwischen dem "sozialen Trinken", das als alltäglich und normal gilt und der beginnenden Alkoholabhängigkeit. Dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind, liegt in der Angst vor der gesellschaftlichen Ächtung, mit Alkohol nicht umgehen zu können. Den typischen Alkoholiker gibt es jedoch nicht, jedes Alkoholproblem ist so einzigartig wie der Mensch, der es hat. Fast jeder, der ein Alkoholproblem hat, weiß es, leugnet es sich selbst gegenüber und nach außen. Die getrunkene Menge ist unerheblich, entscheidend ist das Gefühl der Ohnmacht und der Hilflosigkeit. Wer sich auf den abendlichen Alkohol den ganzen Tag lang freut oder wer immer wieder trinkt oder eine Menge trinkt, die er nicht will, ist sich in der Regel eines Alkoholproblems bewusst. Wer Probleme dauerhaft mit Alkohol bekämpft, hat ein Problem mehr.

Wenn Sie Betroffene/r sind
Sie erfahren hier einiges über die Krankheit Alkoholismus, wer die Anonymen Alkoholiker Stadl Paura sind und wie wir Ihnen vielleicht eine Hilfestellung geben können.
Lg. Hans G24h


Wie es funktioniert aus dem Blauen Buch
Mo 19 Jan 2026 15:21
Selten haben wir jemanden gesehen, der gescheitert ist, obwohl er unseren Weg gewissenhaft gegangen ist. Nicht zur Genesung gelangen diejenigen, die sich nicht ganz in dieses einfache Programm einbringen können oder wollen. Meistens sind es Männer und Frauen, die aus ihrer Veranlagung heraus sich selbst gegenüber nicht ehrlich sein können. Solche Unglücklichen gibt es. Es ist nicht ihre Schuld. Es scheint, als seien sie so geboren. Sie sind von Natur aus nicht in der Lage, eine Lebensweise anzunehmen und für sich zu entwickeln, die eine absolute Ehrlichkeit verlangt. Ihre Genesungschancen liegen unter dem Durchschnitt. Darüber hinaus gibt es auch Menschen, die unter ernsten Störungen in ihrem Denken und Fühlen leiden. Dennoch genesen viele von ihnen, wenn sie die Fähigkeit haben, ehrlich zu sein. Unsere Lebensgeschichten offenbaren, wie wir waren, was geschah und wie wir heute sind. Wenn Sie sich darüber klar geworden sind, dass Sie das haben wollen, was wir heute besitzen – und wenn Sie willens sind, den ganzen Weg zu gehen, um es zu bekommen – dann sind Sie auch bereit, dafür gewisse Schritte zu tun. Vor manchen Schritten scheuten wir zurück. Wir dachten, wir können einen einfacheren, bequemeren Weg finden. Aber das ging nicht. Ernsthaft und eindringlich bitten wir Sie, von Anfang an furchtlos und gründlich zu sein. Einige von uns hatten versucht, an alten Vorstellungen festzuhalten: Das Resultat war gleich Null, bis wir kapitulierten. Denken Sie daran, dass wir es mit Alkohol zu tun haben: Er ist verschlagen, trügerisch, mächtig! Ohne Hilfe ist es viel zu schwer.

und keine Vorbehalte mehr
Immer und immer wieder sehen wir: einmal Alkoholiker – immer Alkoholiker! Wenn wir uns vornehmen, mit dem Trinken aufzuhören, darf es keinen Vorbehalt geben, und in keinem Winkel unseres Hinterkopfes darf die Hoffnung lauern, eines Tages normal trinken zu können.... Um Alkoholiker zu sein, muss man nicht unbedingt lange und solche Mengen getrunken haben wie viele von uns. Das trifft vor allem auf Frauen zu. Oft steigen Frauen mit einer Veranlagung zum Alkoholismus gleich voll ein und sind in wenigen Jahren in einem Zustand, aus dem es kein Zurück mehr gibt.
Lg. Hans G24h


Ob einer Alkoholiker ist ? (das ist aus 1973)
Sa 17 Jan 2026 18:35
Kein Außenstehender kann feststellen, ob Du Alkoholiker bist. Diese Feststellung bleibt Dir ganz alleine überlassen.

Alkoholismus ist eine Krankheit, die jeden Menschen ohne Rücksicht auf Stand und Geschlecht überfallen kann. Man weiß nicht, weshalb diese Krankheit den einen befällt und den anderen verschont. Es ist auch nicht wichtig, dass Du weißt, warum Du z. B. Krebs hast. Es ist wichtig, dass Du es überhaupt weißt, wenn der Krebs schleichend Deinen Körper zerfrisst.

Es ist keine Schande krank zu sein, aber es ist eine Schande nichts dagegen zu tun!

Diese Worte hatten eine unbeschreibliche Wirkung auf mich. Fast fühlte ich mich erlöst, dass ich vielleicht gar kein willensschwaches verkommenes Subjekt bin, sondern ein kranker Mensch. KRANK das war die Lösung. Ich bin kein Trunkenbold, sondern ein alkoholkranker Mensch. Fast befreiend überkam mich diese Erkenntnis.
Lg. Hans G24h


Alkoholismus ist weit verbreitet.
Fr 16 Jan 2026 16:17


In unserem Kulturkreis ist es weit verbreitet, alkoholische Getränke wegen ihrer gesellschaftlichen und Bewusstseins verändernden Wirkung zu konsumieren bzw. zu verwenden. Damit setzt sich auch jeder, der damit in Berührung kommt, dem Risiko aus, abhängig zu werden. Nicht jeden trifft es - jedoch: es kann jeden treffen. Vorhersehbarkeit durch Voraussetzungen gibt es nicht – nur Anzeichen, die kaum beachtet werden: Am Beginn der Krankheit steht ein Gemütszustand, in dem das Denken und Wollen bezüglich der Substanz Alkohol einen im Vergleich zum Gesunden unverhältnismäßig großen Anteil ausmacht. Dieser Anteil beginnt – oft unmerklich für den Betroffenen – langsam zu wachsen. Es entsteht eine Eigendynamik mit einem wachsenden Verzicht auf alles, was das Leben ausmacht, zugunsten der Droge Alkohol. In weiterer Folge kann eine körperliche Abhängigkeit entstehen, das heißt, die Substanz wird in den Stoffwechsel integriert und alle Körperfunktionen stellen sich darauf ein, regelmäßig mit Alkohol versorgt zu werden. Falls der Betroffene nicht durch Unfall, körperliche Komplikationen, Altersschwäche, Fremd- oder Eigeneinwirkung stirbt, führt die Erkrankung über kurz oder lang zu innerer und äußerer Isolation, Realitätsverlust, körperlichen, sozialen und seelischen Verfall, bzw. in weiterer Folge zum totalen Zusammenbruch.
(Text Christian)
Lg. Hans G24h


Leben ändern.
Do 15 Jan 2026 13:04
Dass nur nichts trinken, nicht ausreicht, haben ja wohl die meisten Alkoholiker verstanden. Wir reden ja immer viel über Lebensveränderungen, aber was gehört genau dazu? Das ist leider ein sehr großes Problem. Jahrelang haben das eigene Wissen oder die eigene Überzeugung nicht ausgereicht, um etwas zu ändern. Dennoch halten viele Menschen an ihrer Überzeugung fest. Ein zugeben, Hilfe zu brauchen, wird als eigene Schwäche ausgelegt, obwohl es doch eine Stärke ist.
Sein Leben kann jeder nur selbst ändern.
Lg. Hans G24h


Kapitulieren vor dem König Alkohol
Mi 14 Jan 2026 9:05
Die Zwölf Schritte aus der Sicht eines Alkoholikers aus 1973

Kapitulieren vor dem König Alkohol und Kapitulieren vor meiner eigenen Besserwisserei!

Wie oft bin ich mit einem verworrenen Kopf gegen den Alkohol angetreten. Wie oft habe ich gesagt: "Diesmal beweise ich, dass ich mich beim Trinken beherrschen kann." - Und dann war ich doch wieder der Letzte, der vom Tisch aufstand. Dann musste ich mir doch wieder vorhalten lassen, dass ich mich unmöglich benommen habe.

Immer war der Alkohol stärker als ich

Tausendmal und mehr habe 'ich den Kürzeren gezogen. Sollte ich es nicht endlich einsehen? Mir blieb nichts weiter übrig. Ich gab auf! ! ! ! Ich war zerschlagen, gedemütigt und innerlich ausgehöhlt. Mir gingen die Augen auf, dass mein jahrelanger Freund Alkohol, mein Tröster, mein Lebenselixier in Wirklichkeit mein größter Feind, mein Verführer, ein hundsgemeines Gift war. Dieser trügerische Gaukler hatte mein Hirn vernebelt, meinen Körper vergiftet, meine Seele vor die Hölle geschickt.
Lg. Hans G24h


I C H muss es selbst tun!
Sa 10 Jan 2026 23:00

Die folgenden Zeilen stammen aus einem Sonderdruck der AA- Information von 1973. (Die es Leider nicht mehr gibt)

Heute muss ich aufhören zu trinken – nicht morgen

I C H muss es selbst tun!

Man muss zugeben, dass man dem Alkohol gegenüber machtlos ist, und sein Leben nicht mehr allein meistern kann. Dieser Genesungsweg ist nicht mit Rosen bestreut. Ich merkte bald, dass das Leben auch ohne Alkohol mit Schwierigkeiten gespickt war. Oft war ich der Verzweiflung nahe, mir durch Alkohol Erleichterung zu schaffen. Hier wurde die Vergangenheit wach doch von der anderen Seite flüsterte es in meinem Ohr:

"Ein Glas kannst Du doch trinken"

Und in solchen Augenblicken sage keiner, Nüchternheit hat mit Willensstärke nichts zu tun. Nüchternheit ist Willensstärke und es ist ein Geschwätz, wenn man Alkoholiker als willensschwache Menschen bezeichnet. Willensstärke ist meine einzige Waffe eben diesen einen Schluck nicht zu trinken. Die traurige Erfahrung meiner Vergangenheit ist ein bewährtes Mittel, um mir den Appetit auf den nächsten Schluck gründlich zu verderben.

Lg. Hans G24h


Kapitulation (Buch) Unser Weg ältere Version
Sa 10 Jan 2026 17:12


Es bleibt also dabei, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind. Dieser lapidaren Feststellung im Ersten Schritt schließt sich eine weitere Erkenntnis an: Wir haben auch zugegeben, dass wir unser Leben nicht mehr meistern konnten. Nun, dieses zweite Eingeständnis ist die Konsequenz aus dem ersten, es geht aber noch ein Stück weiter als die im ersten Halbsatz empfohlene Kapitulation. Mit dem zweiten Teil des Eingeständnisses wird die Kapitulation vollständig. Wir wissen, dass wir mit dem Alkohol nicht weiterleben können, wir wissen aber auch, dass wir allein aus diesem Teufelskreis nicht herauskommen.

Der zweite Teil dessen, was wir im Ersten Schritt zugeben sollen, lässt allerdings vieles offen. Es heißt da nur, dass wir unser Leben nicht mehr meistern können. Es muss sich also etwas verändern, es muss also jemand oder etwas Neues in unser Leben treten. Dieser zweite Teil des Ersten Schritts ist eigentlich eine Frage; die Antwort bleibt noch offen. Dieser Satzteil leitet über zu den nächsten Schritten, zu den weiteren Empfehlungen im Programm der Anonymen Alkoholiker.

Das Ende des Ersten Schrittes sieht uns also am Boden liegen, ohnmächtig und hilfesuchend die Hand ausstreckend. Wir wissen nur, dass jemand nach dieser ausgestreckten Hand greifen muss, um uns aus dem Sumpf unseres Elends herauszuziehen. Wir uns von der anderen Seite jetzt bei der Hand nimmt, das steht im Zweiten Schritt.
Lg. Hans G24h


1. Tradition Einigkeit der AA
Fr 9 Jan 2026 8:43


Unser gemeinsames Wohlergehen sollte an erster Stelle stehen; die Genesung des Einzelnen beruht auf Einigkeit der AA. Im ersten Schritt haben wir zugegeben, dass wir den Alkohol gegenüber machtlos sind und unser Leben nicht mehr meistern konnten. Wir waren bereit, nach jedem Strohhalm zu greifen, um uns festhalten zu können. In der Gemeinschaft der AA fanden wir unser Rettungsboot. In einem Rettungsboot ist aber kein Platz für Uneinigkeit und Streit. Da müssen alle zusammenhalten. Wir haben eingesehen, dass unser Leben und das Leben aller, die in Zukunft noch zu uns kommen werden, von der Einigkeit der Gruppe abhängen. Wir werden deshalb wachsam sein, das niemand unserer Gruppe Schaden zufügt oder sie gar zerstört. Wenn ein betrunkenes Mitglied den Ablauf des Meetings stört, werden wir es bitten, zu gehen und wieder zu kommen, wenn es in einer besseren Verfassung ist, um unsere Botschaft zu verstehen. Auch dem Alkoholiker, der gerne das große Wort führt, zu oft und zu lange redet, werden wir behutsam darauf aufmerksam machen, dass andere auch gerne zu Wort kommen möchten. Jeder von uns kann in die alte Gewohnheit zurückfallen, die Inventur anderer zu machen, anstatt die eigene. Wenn dass zur Gewohnheit wird, und Kritik an den anderen noch dazu kommt, dann sind wir wirklich dabei, den eigenen Ast, auf dem wir sitzen, abzusägen. Wir sollten dankbar sein, wenn der Gruppensprecher uns darauf aufmerksam macht. Durch die regelmäßige Teilnahme und reges mittun stärke ich die Gruppe. Der beste Beitrag zum Meeting ist immer das erkennen der eigenen Fehler. Wir können mitwirken die Gruppe zu beleben und zu stärken, wenn wir bereit sind, eine führende Stelle zu übernehmen. Bequemlichkeit, Nachlässigkeit, Schlamperei schadet nicht nur uns selbst sondern auch der Gruppe. Wir sollten nicht nur Meetings besuchen, sondern uns als ein Teil der Gruppe fühlen. Diese Zugehörigkeit sollten wir auch außerhalb des Meetings spüren. Von Zeit zu Zeit sollte die Gruppe eine Gruppen Inventur machen, um die Fehler, die gemacht wurden, herauszufinden. Wir müssen uns fragen, welcher Geist in der Gruppe herrscht, ist sie aktiv im 12. Schritt?.
Nur in einer aktiven, lebendigen Gruppe fühlen wir uns wohl.
Lg. Hans G24h


Ältere Version aus 1985 ( Das kleine braune Buch)
Di 6 Jan 2026 23:00
DER ERSTE SCHRITT

Wir gaben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind - und unser Leben nicht mehr meistern konnten.

Der Erste Schritt im Programm der Anonymen Alkoholiker ist wirklich der erste Schritt. Er steht am Anfang dessen, was wir später unser neues Leben nennen werden. Diesen ersten Schritt durch die Eingangstür in das neue Leben müssen wir als erstes tun. Da führt kein Weg vorbei, da gibt es kein Drumherum-Mogeln. Die anderen Schritte im A.A.-Programm sind zwar auch nummeriert, aber hier ist die Reihenfolge nicht mehr so verbindlich. Manche machen die im Zehnten Schritt empfohlene tägliche Gewissenserforschung schon bald, noch bevor sie in den Schritten zwei bis neun nennenswert vorangekommen sind.

"Wir haben zugegeben",

heißt es dort. Und noch bevor wir weiterlesen, was wir zugeben sollen, lohnt es sich, bei diesem ersten Halbsatz einen Augenblick lang zu verweilen. "Wir" - das sind wohl diejenigen, die uns dieses Programm aufgeschrieben haben. Sie hießen Bill und Bob. Deren Vornamen kennen wir, sie haben den Grundstein für die weltweite A.A.-Gemeinschaft gelegt. Die anderen "Wir" hießen vielleicht John und Dave, Alice oder Betty. Es waren Amerikaner, die gegen Ende der dreißiger Jahre durchweg auf lange Trinkerzeiten und weniger lange Zeiten der Nüchternheit zurückschauen konnten. Im Ringen gegen den sie übermächtig beherrschenden Alkohol hatten sie die Erfahrung gemacht, dass dieser Kampf gemeinsam erfolgreicher zu führen ist.

Deshalb also als erstes Wort im Ersten Schritt: "Wir". Als nun Bill, Bob, Jenny, John und Co. einige Zeit ohne Alkohol hinter sich gebracht hatten und immer mehr Alkoholiker zu der Gruppe gestoßen waren, standen sie nicht wenig erstaunt vor dem, was aus ihnen geworden war. In Gedanken gingen sie den Weg ihrer Entwicklung rückwärts und kamen zu dem Ausgangspunkt. "Wie war das eigentlich, womit hat es angefangen", fragten sie sich.Und da brauchten sie nicht lange überlegen. Waren auch die Wege der Entwicklung nicht einheitlich verlaufen, den ersten Schritt hatten sie alle gemeinsam gemacht: Wir haben zugegeben, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos waren. Und weil sie inzwischen in der Gemeinschaft Erfahrungen gesammelt hatten, weil sie auch die Rückfälle von Freunden miterlebt hatten, verbesserten sie ihre Erkenntnis: ..., dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind.

Schon die Pioniere der A.A.-Gemeinschaft nämlich wussten, dass die Kraftlosigkeit gegenüber dem Alkohol ein bleibender Zustand ist. Daran ändert auch nichts die Tatsache, dass man den übermächtigen Alkohol für den heutigen Tag unter Kontrolle hat.
Lg. Hans G24h



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