Für mich war es ein ganz wichtiger Schritt offen mit meiner Krankheit umzugehen, es war ein Prozess, bis es soweit war, vermutlich war ich damals noch nicht bereit es für mich selber zu akzeptieren, dass ich Alkoholiker bin. Als ich es dann ehrlich und offen ansprechen konnte, kam irgendwie eine Art Heilungsprozess in Gang, ich konnte zu mir und meiner Abhängigkeit stehen, das war der Anfang von einem guten Weg. Viele Situationen verlieren ihren Schrecken dadurch oder entstehen gar nicht erst. Es ist deutlich einfacher und leichter so. Prinzipiell entscheide ich selbst wem gegenüber ich offen sein will, ich habe kein AA auf meiner Stirn tätowiert, aber mein Umfeld, Familie und Freunde sowieso wissen Bescheid und das ist gut so. Negative Reaktionen darauf habe ich nie gekriegt. Komisch ist, dass ich saufend mich nicht so geschämt hab, wie anfangs beim Eingestehen meiner Sucht. Wie paradox und krank. Als hätten das die Menschen um mich herum nicht doch längst irgendwie bemerkt und halt nur nicht angesprochen. Aus welchen Gründen auch immer.
Lg. Hans
Ich fand die Anonymen Alkoholiker, Ich wurde aufgenommen wie ein verlorener Sohn mit nur wenigen Worten. Setz Dich zu uns, wenn Du kannst oder auch möchtest erzähl uns von Dir oder hör einfach nur zu. Du bist nicht mehr allein. Und am Ende des Meetings dann der Satz KOMM WIEDER ES FUNKTIONIERT War das alles Zufall, Vorsehung, Glück oder Gnade, dass ich bei AA gelandet war? Gedanken habe ich mir nie darüber gemacht. Doch im Laufe der Zeit habe ich mir über vieles andere für mich noch nicht gleich verständliche Gedanken gemacht und ich durfte lernen, lernen, immer wieder lernen. Es gibt viele verschiedene Selbsthilfegruppen in die jeder einzelne gehen kann um ein neues trockenes Leben, sein neues trockenes Leben neu zu beginnen. Es gibt keine Selbst - Hilfegruppe die ein Monopol auf Erfolg, auf Einzigartigkeit, auf alleinige Gültigkeit hat und die auch keine positiven Resultate verbindlich garantieren kann. Nur wo ich mich wohlfühle da kann ich auch genesen und Lebensfähig werden.
Lg. Hans
Wir glauben, dass wir unsere Schwierigkeiten im Wesentlichen selbst geschaffen haben. Sie erwachsen aus uns selbst – und der Alkoholiker ist ein extremes Beispiel für einen Menschen, dessen Eigensinn mit ihm durchgeht, obwohl er das meistens nicht zugibt. Vor allem müssen wir Alkoholiker uns von dieser Selbstsucht befreien. Wir müssen es – oder sie bringt uns um!
Anonyme Alkoholiker, S. 72
Viele Jahre lang hat sich mein Leben nur um mich selbst gedreht. Ich wurde verzehrt vom Ego in all seinen Formen – Ichbezogenheit, Selbstmitleid, Eigennutz, die alle von meinem Stolz herrührten. Heute habe ich – durch die Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker – das Geschenk bekommen, die Schritte und Traditionen in meinem täglichen Leben auszuüben, eine Gruppe und einen Sponsor zu haben, und die Fähigkeit – wenn ich sie nutze – in allen Lebenslagen meinen Stolz beiseite zu lassen. Solange ich nicht einen ehrlichen Blick auf mich selbst werfen und sehen konnte, dass ich in vielen Situationen das Problem war und nach innen und außen angemessen reagieren konnte; solange ich nicht meine Erwartungen ablegen und verstehen konnte, dass meine Gelassenheit direkt proportional zu ihnen war, konnte ich keine Gelassenheit und stabile Nüchternheit erfahren.
Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
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Lg. Hans
Dankbarkeit ist der Weg nach vorn
Dankbarkeit ist der Weg nach vorn, nicht zurück. Mit anderen Worten, wenn du die Botschaft an andere weitergibst, kannst du die Hilfe, die dir zuteilwurde, am besten zurückzahlen. Es gibt keine tiefere Zufriedenheit und größere Freude als nach einer guten Arbeit im Zwölften Schritt. Die Augen von Männern und Frauen zu beobachten. wie sie sich vor Staunen öffnen, wenn sie aus dem Dunkel ins Licht treten, zu sehen, wie ihr Leben sehr schnell einen neuen Sinn und eine andere Bedeutung erhält, und vor allem zu beobachten, wie sie die Erkenntnis erlangen, dass es eine Höhere Kraft in ihrem Leben gibt - all das ist der Gegenwert, den wir erhalten, wenn wir die A.A.-Botschaft weitergeben.
Lg. Hans
Mein Leben hat sich seitdem Ich aufgehört habe Alkohol zu trinken sehr gewandelt. Meine Energie setze ich für schöne Dinge ein, die mein Leben lebenswert machen. Die Jahre, die ich jetzt ohne Alkohol lebe, waren nicht einfach. Gerade die ersten Jahre, als ich den Scherbenhaufen meines Lebens sah, hatte ich viel aufzuarbeiten, aber ich schaffte es mit klarem Kopf. Wenn ich heute gefragt werde, wie ich es geschafft habe, kann ich nur sagen, ich hatte keine andere Möglichkeit als die Nüchternheit, wenn ich leben wollte.
Früher gab es dort auch Zweifel, wollte ich überhaupt noch leben? Heute bin ich glücklich. Ich bereue nicht, dass mein Leben so verlaufen ist.
Wenn ich nicht das Erste Glas stehen gelassen hätte, könnte ich heute das Leben nicht so genießen.
Lg. Hans